Tipps und Hinweise für G20-Protest-Rückkehrer*innen

Die Proteste und Aktionen gegen den G20-Gipfel in Hamburg sind nun zu Ende. Hier deswegen einige Ratschläge für alle Gipfelprotest-Rückkehr*innen.

Räumt, wenn ihr das nicht schon davor gemacht habt, eure Wohnungen/WGs auf. Es kommt nach Aktionen und Demos immer wieder vor, dass die Cops Hausdurchsuchungen durchführen – auch noch Wochen oder Monate später und für teils absurdeste Vorwürfe. Stellt außerdem sicher, dass Festplatten in Laptops und Computern sowie andere Datenträger verschlüsselt sind.

Lasst Klamotten (auffällige Jacken, Hosen, Rucksäcke, insbesondere Schuhe) und andere Gegenstände von Aktionen verschwinden. Die Cops werten aktuell mit Hochdruck eigene Videoaufnahmen und solche von Denunziant*innen aus. Es kann auch passieren, dass ihr zwar in Hamburg nicht ED-behandelt wurdet, dies aber aufgrund von Videoaufnahmen in der Zukunft nachgeholt wird – wenn euch die Cops wiedererkennen.

Sofern ihr euch „Souvenirs“ (Fotos und Videos auf dem Handy, aufgesammelte Tränengaskartuschen, Andenk-Hassis…) von den G20-Gipfelprotesten aus Hamburg mitgebracht habt, lasst diese bitte verschwinden. Sie wären leichte Beute für die Cops bei Hausdurchsuchungen. Meldet euch nach eventuell erfolgten Hausdurchsuchungen unbedingt in der Sprechstunde bzw. per PGP-Mail (siehen unten).

Unterlasst das Erzählen von Held*innengeschichten. Die Cops in eurer Heimatstadt werden jetzt vermehrt versuchen zu ermitteln, welche Personen und Strukturen wie an welchen Aktionen beteiligt waren. Zufällig zugetragene oder verdeckt ermittelte Aussagen wären ein gefundenes Fressen für sie.

Wertet mit eurer Bezugsgruppe zeitnah das Erlebte aus und habt dabei auch insbesondere neben der politischen Ebene, die potenzielle emotionalen und psychischen Folgen durch die allgegenwärtige Polizeipräsenz und umfassende Überwachung oder erfahrene Repression und Polizeigewalt im Blick. Wendet euch bei Bedarf an Out of Action sowie deren monatliches Gesprächsangebot: Jeden 1. Montag von 19-20:30 in der Eisenbahnstr. 125.

Solltet ihr Post von den Cops, Staatsanwaltschaft oder Gericht erhalten, kommt in die wöchentliche Sprechstunde von EA und Roter Hilfe: Jeden Freitag, 17:30-18:30 im linXXnet, Bornaische Str. 3d, Leipzig. Oder meldet euch via PGP-Mail bei leipzig (at) rote-hilfe (punkt) de bzw. ea-leipzig (at) riseup (punkt) net (PGP-Keys findet ihr hier bzw. hier).

Und wie immer gilt:

Keine Aussagen bei Polizei und Staatsanwaltschaft!

Keine Kooperation mit den Repressionsbehörden!

Solidarität ist eine Waffe!

Spendet für die G20-Kampagne der Roten Hilfe!

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