Im Mai, Juni und Juli finden im Rahmen der „AntiRep-Wochen“ der Roten Hilfe Leipzig viele Veranstaltungen zum Thema Repression statt. Es geht z.B. um Spitzel, Hausdurchsuchungen, DNA, Soli-Arbeit und den Umgang mit der ganzen Scheiße.

26.05., 19 Uhr, Meuterei (Zollschuppenstr. 1, Leipzig-West)
Thomas Meyer-Falk: Überleben in Haft & Gefangenenschreibwerkstatt
Thomas, der vor drei Jahren nach fast 27 Jahren Haft entlassen wurde, wird darüber sprechen, wie Menschen, die vielleicht selbst von Inhaftierung bedroht sind, oder solche Menschen kennen, sich hierauf vorbereiten können. Ebenso soll es um Fragen der Solidarität und Soligruppen-Arbeit gehen. Gedacht ist ein lebendiger Vortrag über das Überleben in Haft, aber auch welche Herausforderungen es mit sich bringt dann plötzlich in Freiheit ankommen zu dürfen.
Im Anschluss wird Thomas einen Input zum Gefangenenschreiben geben und ihr könnt selbst Karten und Briefe schreiben. Dafür werden wir alles da haben.
Barrieren: Der Vortrag wird in deutscher Lautsprache gehalten. Die Meuterei ist über eine steile Rampe berollbar oder über Treppenstufen zugänglich. Es gibt eine barrierefreie Toilette. In den Räumen wird nicht geraucht. An der Bar gibt es alkoholische und nicht alkoholische Getränke.
Veranstaltung der Roten Hilfe Leipzig.
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31.05., 13 Uhr, Frauen-JVA Chemnitz (Thalheimer Str. 29)
Feministische Anti-Knast Kundgebung
Wir wollen am 31. Mai gemeinsam zur JVA nach Chemnitz fahren, um den Menschen im Knast zu zeigen, dass sie nicht alleine und nicht vergessen sind.
Knast bedeutet Isolation, Fremdbestimmung und Gewalt. Knast soll strafen, abschrecken und disziplinieren, damit Menschen sich wieder in die vorgegebene Gesellschaft einfügen. Knast ist dabei ein Mittel des Staates, die kapitalistische, rassistische und patriarchale Gesellschaftsordnung aufrechtzuerhalten, die soziale Probleme und gewaltvolles Verhalten erst hervorbringt.
Knäste waren schon immer Orte, um Prostituierte/Sexarbeiter*innen, Bettelnde und jene, die ihre gesellschaftlich zugeschriebene Rolle nicht erfüllten und unterdrückt wurden, zu bestrafen und aus dem gesellschaftlichen „Sichtfeld“ zu entfernen. Auch heute sind es Menschen, die Armut und Rassismus erfahren, Geschlechternormen nicht entsprechen, andere Formen von Diskriminierung erleben oder unter psychischen Erkrankungen leiden, die mit höherer Wahrscheinlichkeit eingesperrt werden als andere (z.B. durch Ersatzfreiheitsstrafe oder rassistische Polizeikontrollen). So sitzt ein Großteil der Gefangenen aufgrund armutsbedingter „Vergehen“ im Knast.
Vor allem für Frauen, trans* Personen und Queers ist die Situation im Knast oft besonders schwer, da Knast ein patriarchales geschlechterbinäres und gewaltvolles System ist. Spezifische gesundheitliche Versorgung, Hormonbehandlung oder Bildungsmöglichkeiten sind zum Beispiel nicht vorhanden. Isolation von den eigenen Kindern und dem sozialen Umfeld sind weitere Aspekte, die den Knastalltag bestimmen. Unterstützungsarbeit wird oft von Frauen geleistet, wenn diese dann im Knast sind, bekommen sie oft kaum Unterstützung von cis-männlichen Angehörigen.
Wir sehen ganz klar, dass Knäste die Probleme unserer Gesellschaft unsichtbar machen soll, indem sie Menschen vor unserem Blick verbergen. Wir wollen hingegen eine Gesellschaft, in der ein gewaltloses und selbstbestimmtes Zusammenleben möglich ist. Eine Gesellschaft, in der soziale Probleme nicht individualisiert und kriminalisiert werden, sondern in der ihnen kollektiv begegnet wird. Eine Gesellschaft, in der Menschen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen können und gewaltvolles Verhallten wirklich aufgearbeitet werden kann. Eine Gesellschaft ohne Knäste, Kapitalismus, Patriarchat und weißer Vorherrschaft. Und wir lassen uns unsere Hoffnung darauf nicht nehmen!
Also kommt mit uns zur Frauen JVA-Chemnitz und lasst uns für die Gefangenen dort ein paar schöne Momente schaffen. Wir wollen versuchen, die Isolation wenigstens für den Moment zu brechen – mit Musik, Grußworten und vielleicht sogar ein paar Live-Acts! Schaut euch nach gemeinsamen Zug-Anreisen aus euren Städten um.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Anti-Rep-Wochen“ der RH Leipzig statt.
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03.06, 18-21 Uhr, Meuterei (Zollschuppenstr. 1, Leipzig-West)
Vortrag: „Was tun bei Hausdurchsuchungen?“
Es ist 6 Uhr morgens und du wirst aus dem Schlaf geklingelt – die Cops stehen vor der Tür und haben einen Durchsuchungsbeschluss… Oder die Cops stehen direkt bei dir im Zimmer…
Seit einigen Jahren finden in Leipzig häufig Hausdurchsuchungen statt. Sei es, um vermeintliche Tatmittel zu finden oder auch nach Personen zu suchen. Auch bei vermeintlich harmlosen Vorwürfen wird regelmäßig zu dieser Maßnahme gegriffen.
Eine Hausdurchsuchung ist ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre und kann viele treffen: Aktivist*innen, die ein offenes Ermittlungsverfahren haben oder auf der Demo festgenommen wurden, aber auch Mitbewohner*innen, Angehörige und Freund*innen, in deren Wohnraum die Cops hoffen, etwas zu finden.
Eine Hausdurchsuchung ist nicht nur Ermittlungsmaßnahme, sondern auch ein politisches Mittel der Repressionsbehörden, um Personen einzuschüchtern und Strukturen zu zerschlagen.
Hier gilt, wie auch bei anderer Repression: Getroffen hat es wenige, gemeint sind wir alle!
Eine gemeinsame Vorbereitung auf verschiedene Szenarien kann helfen, im konkreten Moment selbstbestimmter zu agieren und nicht die Orientierung zu verlieren. Genauso wichtig ist auch die Nachbereitung nach solch einem Ereignis.
Ihr fragt euch, wie eine Hausdurchsuchung abläuft? Ihr wollt euer Wissen, wie ihr euch auf eine Hausdurchsuchung vorbereiten könnt, noch mal auffrischen? Was „dürfen“ die Cops und wie gehen sie vor? Auf diese und weitere Punkte wollen wir in unserem Vortrag eingehen.
Es ist kein Vorwissen erforderlich. Bitte lasst eure Telefone zuhause, soweit möglich. Journalist*innen, Cops und Spitzel sind nicht willkommen.
Barrieren: Der Vortrag wird in deutscher Lautsprache gehalten. Die Meuterei ist über eine steile Rampe berollbar oder über Treppenstufen zugänglich. Es gibt eine barrierefreie Toilette. In den Räumen wird nicht geraucht. An der Bar gibt es alkoholische und nicht alkoholische Getränke.
Veranstaltung der Roten Hilfe Leipzig.
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05.06, 20 Uhr (Einlass 19:30 Uhr), Ost-Passage-Theater (Konradstraße 27, Leipzig-Ost)
Filmvorstellung „The Spies Who Ruined Our Lives“
Über 40 Jahre lang infiltrierten britische Polizeispitzel über 1.000 politische Gruppen, stahlen Identitäten verstorbener Kinder, gingen intime Beziehungen ein und verschwanden, während die Regierung ihre Aufdeckung durch eine geheime Untersuchung verschleiern wollte. Jahrzehnte später wehren sich die betroffenen Frauen gegen diese staatlich gedeckt Täuschung. Gezeigt wird der gemeinnützige Dokumentarfilm „The Spies Who Ruined Our Lives“ (engl. OV, deutsche UT), produziert von Justyn Jones & Madoc Roberts. In Kooperation mit der Roten Hilfe Leipzig e.V.; Eintritt auf Spendenbasis. CN: sexualisierte Gewalt
Barrieren: Der Film ist auf englisch mit deutschem Untertitel. Das Ost-Passage-Theater ist über 22 Stufen zugänglich. Es gibt keinen Aufzug oder Rampen und keine barrierefreie Toilette. In den Räumen wird nicht geraucht. An der Bar gibt es alkoholische und nicht alkoholische Getränke. Weitere Infos zu Barrieren: ost-passage-theater.de/ueber-uns/infos-zur-barrierefreiheit
Veranstaltung der Roten Hilfe Leipzig.
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10.06., 19 Uhr, Meuterei (Zollschuppenstr. 1, Leipzig-West)
Gen-ethisches Netzwerk e.V. und Rechtsanwalt C. Mucha: Finger weg von meiner DNA – Wissen schützt vor Zugriff
Im März 2026 ist die Online-Kampagne „Finger weg von meiner DNA – Wissen schützt vor Zugriff“ des Gen-ethischen Netzwerk e.V. und der Roten Hilfe e.V. gestartet (www.fingerwegvonmeinerdna.de). Während die Polizei DNA-Analysen ausweitet, wachsen Risiken von Fehlern, Überwachung und Diskriminierung. Bei der Veranstaltung wird das Gen-ethische Netzwerk über die Kampagne informieren und der Frage nachgehen, wie sich Betroffene davor schützen können, dass die Polizei ihre DNA-Daten entnimmt und speichert. Außerdem wird Rechtsanwalt Christian Mucha einen Input zur rechtlichen Situation bei der DNA-Entnahme und Löschung gegeben. Danach können gerne Fragen gestellt werden.
Barrieren: Der Vortrag wird in deutscher Lautsprache gehalten. Die Meuterei ist über eine steile Rampe berollbar oder über Treppenstufen zugänglich. Es gibt eine barrierefreie Toilette. In den Räumen wird nicht geraucht. An der Bar gibt es alkoholische und nicht alkoholische Getränke.
Veranstaltung der Roten Hilfe Leipzig und des Gen-ethischen Netzwerk e.V.
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11.06., 19 Uhr, Ort tba
Vortrag zu Spitzeln und Umgang damit
Alle Infos folgen.
Veranstaltung des Ermittlungsausschuss Leipzig und Hamburg.
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16.06., 19 Uhr, Autodidaktische Initiative (Georg-Schwarz-Str. 19, Leipzig-West)
Gemeinsame Datenabfrage / Auskunftsersuchen
Mit einem Auskunftsersuchen kannst du herausfinden, was Behörden wie die Polizei oder der Verfassungsschutz über dich gespeichert haben. Da solche Sachen manchmal leichter gemeinsam gehen und wenn Drucker und Co. gleich vor Ort sind, laden wir, die Rote Hilfe Leipzig, herzlich dazu ein, am 16. Juni in der ADI in der Georg-Schwarz-Str. 19 gemeinsam alles auszufüllen und abzuschicken.
Alles was du mitbringen musst, ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass – eine (geschwärzte) Kopie davon muss leider für die Datenabfrage bei den meisten Behörden mitgeschickt werden.
Weitere Infos und fürs zuhause selber machen: https://www.datenschmutz.de/cgi-bin/auskunft
Barrieren: Der Datenschmutz-Generator ist auf deutsch. Wir können die Infos aber gemeinsam auf englisch übersetzen. Die ADI ist über eine Stufe zugänglich, es gibt dafür eine Rampe. Es gibt keine barrierefreie Toilette und zur Toilette gehen drei Stufen. In den Räumen wird nicht geraucht.
Veranstaltung der Roten Hilfe Leipzig.
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17.06., 19 Uhr, Meuterei (Zollschuppenstr. 1, Leipzig-West)
Hausdurchsuchungen in Klein-Paris – When they kick at your front door…
Zwischen 2020 und 2025 kam es in Leipzig zu 90 dokumentierten Hausdurchsuchungen (Stand Januar 2025) bei Linken, Antifaschist*innen, antirassistischen Fußballfans und Menschen, die sich nicht als “links” verstehen. Die Nachricht “HD in der XY-Straße” ploppte auf unseren Handys in den letzten Jahren so oft auf, dass sie meistens kaum noch Emotionen auslöst.
Es kam die Überlegung auf, sich detaillierter mit dieser Form der Repression auseinander zu setzen.
Welche Auswirkungen und Folgen hat Repression auf Betroffene, ihr Umfeld, die linke Bewegung innerhalb Leipzigs und darüber hinaus? Und wie kann eine kollektive Praxis gefunden werden, um diesen zu begegnen? Lässt sich eine „Best Practice“ im Umgang mit der Repression anhand von Erfahrungen ableiten?
Auf der Suche nach Antworten wurden Perspektiven und Debattenbeiträge zu Erfahrungen mit Hausdurchsuchungen gesammelt, Thesen formuliert und Lücken beleuchtet. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre gesammelt und im letzten Jahr vorgestellt. Der Vortrag wird die Broschüre vorstellen und im Anschluss wollen wir mit euch zusammen darüber diskutieren.
Die Broschüre findet sich online hier: https://www.rassismus-toetet-leipzig.org/index.php/broschuere-hausdurchsuchungen-in-klein-paris/
Barrieren: Der Vortrag wird in deutscher Lautsprache gehalten. Die Meuterei ist über eine steile Rampe berollbar oder über Treppenstufen zugänglich. Es gibt eine barrierefreie Toilette. In den Räumen wird nicht geraucht. An der Bar gibt es alkoholische und nicht alkoholische Getränke.
Veranstaltung von „Rassismus tötet!“ – Leipzig.
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13.07., 18 Uhr, Kreuzstr. 26
Verkörperter Widerstand – wie uns somatische Übungen im Kampf gegen Repression helfen können
Alle Infos folgen.
Veranstaltung von Out Of Action Leipzig.




